Bei einer vorübergehenden, unvermeidbaren und wirtschaftlich bedingten Reduktion oder Einstellung der Arbeit in einem Unternehmen kann bei der ALV ein Gesuch auf Kurzarbeitsentschädigung gestellt werden.

Wann hat man Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Der Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist. Die im Zeitraum eines Kalendermonats ausgefallene Arbeitszeit muss insgesamt mindestens jener zweier voller Arbeitstage entsprechen. Die Abrechnungsperiode entspricht dabei einem Kalendermonat.

Der Arbeitsausfall ist nicht anrechenbar, wenn:

  • er durch betriebsorganisatorische Massnahmen oder durch Umstände verursacht wird, die zum normalen Betriebsrisiko gehören;
  • er branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist oder durch saisonale Schwankungen verursacht wird;
  • er auf Feiertage fällt, durch Betriebsferien verursacht wird oder nur für einzelne Tage unmittelbar vor oder nach Feiertagen oder Betriebsferien geltend gemacht wird;
  • er in die Zeitperiode vom 24. Dezember bis 6. Januar fällt;
  • der Arbeitnehmer mit der Kurzarbeit nicht einverstanden ist;
  • die betroffene Person in einem befristeten Angestelltenverhältnis, in einem Lehrverhältnis oder im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit steht;
  • der Arbeitsausfall durch eine kollektive Arbeitsstreitigkeit im Betrieb verursacht wird;

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Alle für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtigen Arbeitnehmer und solche, die das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht haben und deren Arbeitszeit verkürzt oder ganz eingestellt wurde, haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.

Nicht anspruchsberechtigt sind:

  • Versicherte Arbeitnehmer, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar oder kontrollierbar ist;
  • der mitarbeitende Ehegatte des Arbeitgebers;
  • Gesellschafter, finanziell am Betrieb Beteiligte, Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums, die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten;
  • Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis gekündigt ist.

Leistungen

Die Arbeitslosenversicherung übernimmt 60 Prozent, der Arbeitgeber 20 Prozent des anrechenbaren Verdienstausfalls. Massgebend ist der vertraglich vereinbarte Lohn in der letzten Zahltagsperiode vor Beginn der Kurzarbeit (bis Höchstgrenze 10‘500.00 Schweizer Franken pro Monat – das sind 477.00 Schweizer Franken pro Tag). Die Kurzarbeitsentschädigung wird der Arbeitgeberfirma ausbezahlt.

Antrag auf Kurzarbeit

Für einen Antrag auf wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit wird eine Voranmeldung beim Amt für Volkswirtschaft, Abteilung Arbeitslosenversicherung, benötigt. Diese Voranmeldung muss mindestens sieben Arbeitstage vor Beginn der Kurzarbeit eingereicht werden. Die Anmeldung muss erneuert werden, wenn die Kurzarbeit länger als drei Monate dauert. Innerhalb von zwei Jahren kann während längstens 18 Monaten Kurzarbeit durchgeführt werden.

Die ausgefüllte und unterschriebene Voranmeldung zur wirtschaftlich bedingten Kurzarbeit ist mit folgenden Beilagen einzureichen:

  • Unterschriften aller betroffenen Mitarbeiter auf dem Formular „Zustimmung für Mitarbeiter“;
  • aktueller Handelsregisterauszug (nicht älter als 12 Monate);
  • Tabelle Ferien- und Überzeitsaldi (geleistete Mehrstunden);
  • Lohnabrechnungen aller betroffenen Mitarbeiter der letzten drei Monate vor Beginn der Kurzarbeit.

Zur Verlängerung der Kurzarbeit einzureichende Unterlagen:

Rechte und Pflichten

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Kurzarbeitsentschädigung vollumfänglich vorzuschiessen und den Arbeitnehmern am ordentlichen Zahltagstermin auszurichten. Der Arbeitgeber muss darüber hinaus die vollen gesetzlichen und vertraglichen Sozialversicherungsbeiträge entsprechend der normalen Arbeitszeit bezahlen, ist dabei aber berechtigt, die vollen Beitragsanteile der Arbeitnehmer vom Lohn abzuziehen. Der Arbeitgeber muss den Anspruch auf dem Abrechnungsformular des Amtes spätestens drei Monate nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode geltend machen. Entschädigungen, die der Arbeitgeber nicht fristgemäss macht, werden ihm nicht vergütet.

Die detaillierten zwingenden Voraussetzungen auf einen Kurzarbeitsentschädigungsanspruch und entsprechenden Formular finden Sie hier.

Schlechtwetterentschädigung

Auch die Schlechtwetterentschädigung soll – wie bei der Kurzarbeit auch – dazu beizutragen, dass Arbeitsverhältnisse nicht gekündigt werden müssen. Eine Schlechtwetterentschädigung wird für Arbeitsausfälle bezahlt, die dem Arbeitgeber infolge schlechter Witterung entstanden sind. Sie wird direkt dem betroffenen Arbeitgeber ausbezahlt und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden. So kann sie beispielsweise nur im Zeitraum zwischen dem 01. und dem 23. Dezember sowie dem 07. Januar und dem 15. März beantragt werden. Ausschliesslich folgende Berufsgruppen sind für eine Auszahlung zugelassen:

  • Maurer, Zimmerer, Gipser, Dachdecker;
  • Steinbruch- und Kieswerkarbeiter;
  • Strassenbauer, Pflästerer;
  • Steinhauer;
  • Plattenleger;
  • Landschaftsgärtner;
  • Spengler;
  • Kanalreiniger;
  • Gewässer- und Lawinenverbauer;
  • Rüfearbeiter;
  • Forstarbeiter, sofern sie nicht im Nebenzweig eines landwirtschaftlichen Betriebes tätig sind.

Weitere Informationen zum Thema Schlechtwetterentschädigung finden Sie hier.

Gesetzliche Grundlagen