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Ein Rockkonzert unter freiem Himmel. Erwartungsvolle Ausgelassenheit. Auf der Bühne tut sich etwas. Ein Kegel aus Licht und die Musiker sind plötzlich da. Erste Gitarrenriffs mischen sich mit dem tosenden Applaus. Die Musik löst tausend Emotionen aus.

Open Air und echter Musikgenuss – geht das überhaupt? „Mit uns schon. Wenn es um den perfekten Ton, das richtige Licht oder ein klares Bild geht, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere Produkte im Spiel“, sagt Marcel Gstöhl, Präsident des Verwaltungsrats der Neutrik AG. „Und wenn kein Neutrik-Stecker verwendet wird, dann hört man das“, fügt er lachend hinzu. „Es ist schon faszinierend, dass unsere Technik von den besten und berühmtesten Musikern auf der ganzen Welt verwendet wird!“

Der mobile Entertainment Zirkus

Seit bald 45 Jahren bietet Neutrik weltweit professionelle Steckverbindungen und Systeme an, die sowohl in der Unterhaltungsbranche als auch in speziellen Industrieanwendungen eingesetzt werden. Das Unternehmen unterteilt den Markt in Tontechnik, Lichttechnik, Fernsehen oder Live-Übertragungen sowie grosse LED-Wände und spricht dabei immer von mobilen Anwendungen. „Wenn Zuverläsigkeit gefragt ist, dann sind wir dabei“, bekräftigt Gstöhl. Als der Ingenieur der Elektrotechnik zum Unternehmen kam, feierte Neutrik gerade sein 20-jähriges Bestehen. Heute sitzt er dem Verwaltungsrat vor. „Ich traf 1995 eine Firma an, die mit Innovation, Qualität und vor allem Leidenschaft die Marktführerschaft im Bereich der Verbindungstechnik für Audio- Video- und Lichtsysteme anstrebte“, erinnert er sich. „Das hat sie inzwischen erreicht. Der Bekanntheitsgrad und die Wertschätzung der Marke NEUTRIK ist enorm.“ Eine kürzlich durchgeführte anonyme Befragung unter Fachleuten habe ergeben, dass Neutrik weltweit die meist empfohlene Marke der Branche sei. „Sogar in Japan haben wir eine höhere Empfehlungsrate als die lokale Konkurrenz. Und die ist in unseren Augen wirklich gut. Das ist ein irrer Asset, den Neutrik hat!“

Neutrik AG

  • Gegründet 1975 in Liechtenstein
  • Produktionsstandorte in Liechtenstein, UK und China
  • Weitere Niederlassungen in USA, Hongkong, Deutschland, Frankreich, Schweiz und Japan sowie Vertriebspartner in 99 Ländern
  • Ca. 1000 Mitarbeiter weltweit, davon 220 am Standort Liechtenstein
  • Die Neutrik AG stellt professionelle Stecksysteme für die mobile Unterhaltungsbranche (Audio, Video, Licht und LED-Walls) und andere Industrieanwendungen her. Der Weltmarktführer setzt Branchenstandards und steht für Innovation, überragende Qualität und Kontinuität.

Mehr als nur ein Stecker

Ihren Ursprung hat die Neutrik AG bei den Olympischen Winterspielen von 1964 in Innsbruck. Da kam es oft zu Tonausfällen, weil die verwendeten Stecker den Wetterbedingungen nicht standhalten konnten. Der Akustik-Ingenieur Bernhard Weingartner wusste, dass der zuverlässigere XLR-Stecker aus den USA teuer und in Europa kaum erhältlich war. Also begann er mit der Entwicklung einer günstigeren, aber hochqualitativen Version eines XLR-Steckers. 1975 gründete Weingartner dann in Schaan zusammen mit Gebhard Sprenger und Josef Gstöhl, die Neutrik AG um innovative Produkte für die Schnittstellenverbindung zwischen Mechanik und Elektronik zu entwickeln. 

Die Leidenschaft und Cleverness der Gründer prägen das Unternehmen heute noch. Obwohl Neutrik sich in seiner konservativen Branche kontinuierlich weiterentwickelt hat und inzwischen fast 1000 Mitarbeiter zählt, konnte es seine Start-up-Mentalität und -Struktur bewahren. Marcel Gstöhl ist überzeugt: „Wir müssen trotz unserer Grösse Unternehmer bleiben und uns nicht von Strukturen oder Überorganisation erdrücken lassen. Das würde unsere Flexibilität und Agilität zu sehr einschränken.“

Fun Fact: Das absolute Gehör

Nur 1% der Bevölkerung und 20% der professionellen Musiker haben das absolute Gehör. Diese Menschen können einen Ton exakt erkennen und ihn unabhängig von Vergleichstönen zuordnen. Diese Fähigkeit kann – wenn überhaupt – nur im Alter von bis zu 6 Jahren durch musikalische Erfahrung bewusst oder unbewusst erlernt werden. Normal hörende Menschen mit einem sogenannten „relativen Gehör“ können lediglich erkennen, ob ein Ton laut, leise, höher oder tiefer als ein bestimmter Bezugston ist.

International und heimatverbunden ist kein Widerspruch

Durch die Zollunion mit der Schweiz und die Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben Liechtensteiner Unternehmen einfachen Zugang zu rund 520 Mio. Kunden. Diesen Wettbewerbsvorteil nutzt auch Neutrik, denn trotz der hohen Kaufkraft der fast 40‘000 Einwohner Liechtensteins ist der Heimatmarkt doch sehr begrenzt. Nahezu alle Unternehmen, unabhängig von Grösse oder Branche, sind mit ihren Produkten international vertreten. Auch Neutrik wagte sich schon von Anfang an auf das internationale Parkett: Die allererste Lieferung ging 1975 bereits in die USA. Gutes Zuhören sowie das Aufgreifen bzw. Realisieren von Kundenideen haben dazu geführt, dass Neutrik von Beginn an weltweite Branchenstandards setzte und seine führende Rolle in der technisch sowie qualitativ anspruchsvollen Professional Audio Branche festigte.

Export wichtigste Handelspartner

Liechtenstein befindet sich durch die Wirtschaftsunion mit der Schweiz seit 1923 in einem der weltweit stabilsten Wirtschaftsräume. Der Beitritt zum EWR hat die Wirtschaft des Fürstentums weiter gestärkt: Seit 1995 können hiesige Unternehmen alle Vorteile des EU/EWR-Binnenmarkts, wie beispielsweise den freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr, nutzen. Als Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA profitiert das Land ausserdem von einem der grössten Netzwerke an abgeschlossenen Freihandelsabkommen weltweit.

Exporte nach Kontinenten

Exporte und Importe der grössten Handelspartner nach Ländern 
(Zahlen 2018, in Mio. CHF, aufgrund der Zollunion wird der Handel mit und über die Schweiz nicht erfasst).

Obwohl Internationalität für Neutrik von Anfang an sehr wichtig war, denkt Marcel Gstöhl, dass die Standortwahl eines Unternehmens in erster Linie mit der regionalen Verbundenheit der Menschen zu tun hat. Neutrik ist Liechtenstein treu geblieben.  Die Produktentwicklung profitiert von der verfahrenstechnisch kompetenten Lieferantenumgebung im gesamten Rheintal. „Für die Neuentwicklung eines TV-Kamerasteckers haben wir weltweit nach einem passenden Partner gesucht, nur um ihn dann hier in der Nähe zu finden“, lacht Gstöhl. „Unser Exportanteil liegt vermutlich bei 99.99%. Trotzdem möchten wir auf dem lokalen Arbeitsmarkt attraktiv und bekannt sein“, fährt er fort. Neutrik schätzt die   Bereitschaft der Menschen, in der Produktion zu arbeiten. Denn die hochautomatisierten Maschinen produzieren alleine in Schaan 1,5 Mio. Stecker – in der Woche!

Die Nähe zur Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs und anderen Hochschulen wird ebenfalls geschätzt. Auch als Arbeitgeber, wie Gstöhl erklärt: „Man muss kein Musiker oder Tontechniker sein, um bei uns zu arbeiten.“ Menschen zu begeistern, die Erwartungen der Kunden zu übertreffen und Teil des grossen Events zu sein, das treibe seine Leute an. Davon ist der Verwaltungsratspräsident überzeugt: „Egal wohin man geht, findet man Produkte von uns. Das macht uns stolz.“

Fun fact: Das leisten wir uns

„Wir nutzen unsere Marke NEUTRIK weil das der Standard in der Branche ist und man es gut bekommt. Die Produkte sind zwar teurer als die ‚China Dinger‘, aber so viel besser, dass es sich auf jeden Fall lohnt. In der Branche muss man sich unbedingt auf sein Material verlassen können. Und das kann man bei dem Hersteller. Denn wenn eine Steckverbindung nicht passt, ist das ein langes Gesuche. Also leisten wir uns das, obwohl wir noch sehr jung sind“. (Perfect Illusions Veranstaltungstechnik GmbH, München).

Standards setzen und Produktpiraten bekämpfen

Für Neutrik gab es – ausser den allgemeinen Rezessionsdellen – immer nur eine Richtung: „Und zwar aufwärts“, bekräftigt der Verwaltungsratspräsident. „Unsere Innovationen und qualitativ hochwertigen Produkte, welche die Anforderungen unserer Kunden erfüllen, haben die Firma zu dem gemacht, was sie heute ist“, fährt er fort. Doch das Thema Produktpiraterie wurde offenbar in den Anfangszeiten zu wenig ernst genommen und stellt inzwischen ein Problem dar. „Die potentesten Mitbewerber sind entweder ehemalige Mitarbeiter oder Unternehmen, die mit der Kopie eines unserer Blockbuster starten und diesen eigenständig verbessern“, erläutert Gstöhl. „Sie können mit geringeren Overheadkosten wachsen und attackieren uns vor allem im Bereich der High-Runners. Neutrik muss viel mehr zum Schutz des geistigen Eigentums tun.“ Innovation ist teuer und grosszügig dotierte Suchfelder im Bereich Forschung & Entwicklung sind für ein Innovations-Unternehmen unabdingbar. „Doch F&E ist immer mit einem Initialaufwand verbunden, vor dem viele KMU zurückschrecken“, weiss der Ingenieur. Weil innovative und exportierende Unternehmen das Rückgrat seiner Volkswirtschaft sind, ist die Stärkung der Exportfähigkeit ein wichtiger Bestandteil Liechtensteins Wirtschaftspolitik. Damit auch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben, eine kontinuierliche Forschungs- und Innovationstätigkeit zu etablieren, gibt es als Starthilfe den Innovationsscheck, mit dem KMUs das Know-how der besten Hochschulen und Forschungsinstitute für ihre Ideen und Projekte nutzen können. Exportschecks können für kostenpflichtige Leistungen wie Marktanalysen, Vertriebspartnersuche, individuelle Beratungsgespräche oder Teilnahmen an internationalen Leitmessen eingesetzt werden.

Die Wireless Challenge

Künstler lieben Wireless – es steht für grössere Bewegungsfreiheit. Tontechniker hingegen sehen das etwas anders. Obwohl eine saubere und professionelle Wireless-Übertragung in der Verlegung weniger aufwendig ist als eine verkabelte Lösung, braucht sie eine solide Frequenzplanung. Denn in einer Halle oder einem Stadion mit 40‘000 Handys ist der Aufbau einer sicheren kabellosen Verbindung frequenztechnisch eine echte Herausforderung.

Zukunft Digitalisierung – bleiben wir in Verbindung

„Unsere Kunden kennen die Bedürfnisse von Morgen. Wir versuchen die Bedürfnisse von Übermorgen herauszufinden und entsprechende Produkte zu entwickeln“, erklärt Marcel Gstöhl. Er führt aus, dass die Digitalisierung weiter zunehmen wird, wodurch immer grössere Datenvolumina übertragen werden müssen. Im Life Entertainment, beim permanenten Update grosser Datenmengen wie ‘Autonomes Fahren’ oder bei hochauflösenden Kameras, die mehr sehen können als ein menschliches Auge. „Bei der Übertragung solcher Datenmengen reicht Kupfer nicht mehr aus und fiberoptische Steckverbindungen müssen zum Einsatz kommen“, fasst der Verwaltungsratspräsident zusammen. „Auch ist eine weltweit einheitliche Stromverteilung für die Branche sehr wichtig.“ Denn überall wo Daten anfallen bzw. verarbeitet werden, braucht man Strom. Doch Neutrik denkt nicht nur über neue Produkte nach. Neue Geschäftsmodelle sind ebenfalls ein Thema. Marcel Gstöhl sieht die übergeordnete Aufgabe eines Managers darin, sein Unternehmen so fit zu machen, dass es auch langfristig im Weltmarkt erfolgreich sein kann. „Länger als ein Managerleben“, betont er. “Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft weiterhin Standards hervorbringen werden. Nicht nur im Bereich der Steckverbinder. Wir haben heute schon Hard- und Softwareprodukte oder Apps in unserem Sortiment“, so Gstöhl weiter. “Wie heisst es so schön: Wer den Wagen nicht zieht, der wird geschoben und wir wollen nicht auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.“

5 Fragen an Marcel Gstöhl

Haben Sie ein Lieblingsprodukt?
Ja – immer das Neueste. Ich bin technik-affin und liebe alles Neue!

Auf welchen Einsatz eines Neutrik Produkts, sind Sie besonders stolz?
Wenn der Papst an einer seiner grossen Messen ins Mikro spricht und man den weissen Neutrik-Stecker sieht, ist das schon grossartig. Der Papst legt übrigens immer grossen Wert auf weisse Stecker.

Was bedeuten Selbstverwirklichung und Entfaltung für Sie?
Sehr viel. Wahrscheinlich gilt das für jeden, der an der Spitze eines Unternehmens steht. Für die nachfolgenden Generationen wird das noch wichtiger und wir müssen in unserem innovativen Umfeld entsprechende Möglichkeiten schaffen.

Für welchen Misserfolg sind Sie heute dankbar?
Misserfolge und Rückschläge sind – ebenso wie Erfolge – Teil des Lebens. Damit muss man sich abfinden. Wichtig ist: Hinfallen, aufstehen, etwas daraus lernen und weitergehen.

Welchen Tipp haben Sie für junge Menschen?
Ins Ausland gehen (USA, China, …) um festzustellen, dass es hinter den Bergen noch mehr gibt als uns hier in unserem Land. Und dann mit viel Erfahrung, Tatendrang und Ideen zurückkommen und etwas bewegen bei uns hier in Liechtenstein!

Ohrwurm?

Im Video zu sehen ist der amerikanische Posaunist Fred Wesley. Er war bereits mehrmals in den Little Big Beat Studios in Eschen, Liechtenstein zu Gast und begeisterte das Publikum mit Live Studio Sessions. Mehr Musik und mehr zu Fred Wesley kann auf dem YouToube Kanal der Little Big Beat Studios gefunden werden. 

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